Interkulturelle Begegnung in Tschechien – ERASMUS+

Los gehts

Nachhaltig reisen wir mit der Bahn nach Kostelec na hané, also mit dem Railjet nach Wien und nach Brünn. Nach einer Stärkung im Wiener ”Hans im Glück” steigen wir in den Regionalzug nach Prostějov und jede*r findet seine Gastfamilie in Prostějov.

Begrüßung in der Kooperationsschule

Zunächst heißt es „Schuhe wechseln“ und dann werden wir von der Schulleitung und dem Erasmus-Organisator Michal Vačkář herzlich willkommen geheißen. Nicht nur die Hausschuhpflicht ist anders als in der Realschule Gute Änger. Die Schüler dürfen in der Pause in der Klasse bleiben, auf die Gänge oder zum Tischtennisspiel. Einmal die Woche gibt es in der Turnhalle eine bewegte Pause mit Fuß-, Hand-, Flor- oder Basketball, ... . Auf den Toiletten gilt: offene Tür = frei, geschlossene Tür = besetzt.

Internationaler Unterricht ”H2

Die Bedeutung von Wasserstoff wird erklärt und nach der Sicherheitseinweisung geht es in den Labortrakt, wo in internationalen Kleingruppen Wasserstoff hergestellt wird. Das charakteristische Geräusch erklingt an mehreren Laborplätzen. Anschließend wird die Vorgehensweise in einem Poster veranschaulicht. Diese Poster werden bald in den Gängen der Realschule Gute Änger ausgehangen werden.

Die Schwermetallindustrie in der Region

In der Kohlegrube Landek fand man eine 5 cm große Venusfigur aus Hämatit, die eine Besiedlung dieses Kulturraumes vor 25.000 Jahren belegt. Im Bergwerk wurden Gefahren und unterschiedliche Arbeiten beim Kohleabbau veranschaulicht. Die Arbeit in der Kohlegrube war hart, aber man war abgesichert, bekam eine Wohnung, die Arbeitskleidung wurde getrocknet und gewaschen. Sogar eine Rettungstruppe, deren Ausbildungsparkour wir testen konnten, stand parat um bei Grubenunglücken die Bergarbeiter zu retten.

Ostrava - das stählerne Herz Tschechiens

Verfügbare Kohle zog die Ansiedlung von Stahl- und Kupferproduktion, Kraftwerken und verarbeitende Gewerbe nach sich. Alles führt zu hohen CO2-Emmisionen und Feinstaubbelastungen. So wundert es nicht, dass Ostrava 1980 die schmutzigste Stadt der EU war. Heute findet kein Kohleabbau mehr statt, das größte Stahlwerk ist insolvent, aber die Region ist weiterhin ein Schwermetallindustrie-Standort.

Sience for everyone - Palacky Universität Olmütz

Morgens warteten im Experimentierlabor der zweitältesten Universität Tschechiens verschiedene Knobelaufgaben auf uns. Just have fun! Allerdings erforderten die Experimente kooperatives Agieren. Zusätzlich informierten illustrative Installationen über naturwissenschaftliche Grundlagen. Beim selbst hergestellten Wirbel lernte man, welche tödlichen Gefahren beim Schwimmen in Flüssen lauern.

Die Königstadt Olmütz (=Olomouc)

Die Altstadt besteht aus zwei großen Plätzen, die das Rathaus und den Wenzelsdom umsäumen. Die berühmte Dreifaltigkeitssäule war wegen Renovierungsarbeiten leider verhüllt. Für die Schüler galt es verschiedene Aufgaben zu lösen, wobei der „Olmützer-Quargel“ (vergleichbar dem Harzer Roller) probiert und bewertet werden sollte. Die schwedische Kanonenkugel in der Hauswand und der rote Ochse stellte eine nette Verbindung zu unseren Kooperationsschulen in Salzjöbaden und Bembibre her.

Unterricht in der Schule

Den alltäglichen Unterricht zu erleben gehört bei einem Austausch dazu. Erfolgt der Unterricht in Tschechisch, dann hat man in Mathe anhand der Zahlen und Gleichungen eine Chance den Stoff zu verstehen. Bei Englisch-, Deutsch- und Sportunterricht ist es wesentlich einfacher. Wir unterrichteten die 5-Klässler in Englisch und umgekehrt lehrten sie uns die Aussprache einiger tschechischer Wörter. Immerhin bekam eine Lehrkraft 9 von 10 Punkten für ihre Leistung.  

Die Schülerinnen und Schüler arbeiteten an gemeinsamen Projekten, verbesserten ihre Sprachkenntnisse und erwarben neue Fähigkeiten. Diese interkulturelle Erfahrung hat nicht nur unseren Horizont erweitert, sondern auch neue Freundschaften geschaffen, die über Ländergrenzen hinweg Bestand haben werden. Die Freundlichkeit der Gastfamilien hat uns tief berührt und uns die Woche über unvergessliche Momente beschert. Diese Reise finanzierte Erasmus+.
Derartige interkulturelle Begegnung sind ein wertvoller Beitrag für die Stärkung der EU.



Unsere Kooperationspartner